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Deutsch

Lohnt sich ein Online-Kurs für telc B1 oder reicht Selbststudium?

V‑IZ Redaktion 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Wann lohnt sich was?

Ein Online-Kurs lohnt sich, wenn Sie Struktur brauchen, das Sprechen und Schreiben üben müssen oder noch nicht sicher auf B1-Niveau sind. Selbststudium reicht, wenn Sie schon fast B1 können, sehr diszipliniert sind und einen Menschen zum Sprechen und Korrigieren haben. Der wichtigste Punkt: Die telc B1 prüft auch Sprechen und Schreiben. Genau diese zwei Teile lernt man allein am schwersten, weil ein Buch Ihre Aussprache nicht hört und Ihren Brief nicht korrigiert.

Wie ist die telc B1 aufgebaut?

Bevor Sie entscheiden, sollten Sie wissen, was geprüft wird. Die telc Deutsch B1 hat einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.

  • Schriftlich (ca. 150 Minuten): Lesen, Hören, Sprachbausteine (Grammatik) und Schreiben. Maximal 225 Punkte.
  • Mündlich (ca. 15 Minuten): Kontakt aufnehmen, über ein Thema sprechen, gemeinsam eine Aufgabe lösen. Maximal 75 Punkte.

Insgesamt sind es 300 Punkte. Sie müssen in jedem Teil mindestens 60 Prozent erreichen: 135 von 225 Punkten schriftlich und 45 von 75 Punkten mündlich. Beide Teile zählen getrennt. Das heißt: Sie können einen Teil bestehen und beim anderen durchfallen.

Ein wichtiger Vorteil bei telc B1: Wenn Sie nur einen Teil nicht bestehen, dürfen Sie diesen Teil innerhalb eines Jahres allein wiederholen. Sie müssen also nicht die ganze Prüfung neu machen.

Was kostet die Prüfung und wie melde ich mich an?

Die Prüfungsgebühr liegt je nach Prüfzentrum meist zwischen etwa 150 und 190 Euro für die komplette Prüfung. Manche Zentren nehmen mehr. Die Anmeldung läuft direkt beim Prüfzentrum, oft eine Volkshochschule oder Sprachschule in Ihrer Nähe. Melden Sie sich früh an, denn viele Zentren schließen die Anmeldung etwa zwei Wochen vor dem Termin. Wichtig: Ein Kurs und die Prüfung sind zwei verschiedene Dinge. Der Kurs bereitet Sie vor, die Prüfung selbst legen Sie bei einem zugelassenen telc-Zentrum ab.

Drei Fragen, die Ihre Entscheidung leicht machen

Stellen Sie sich diese drei Fragen ehrlich:

  1. Wie ist mein Niveau jetzt? Wenn Sie bei A2 oder darunter sind, ist der Weg bis B1 lang. Von Null bis B1 rechnet man oft mit rund 600 Unterrichtsstunden. Allein durchzuhalten ist da schwer.
  2. Kann ich allein dranbleiben? Selbststudium braucht viel Disziplin. Ohne festen Plan, Termine und Lehrkraft brechen viele nach ein paar Wochen ab.
  3. Habe ich jemanden zum Sprechen und Korrigieren? Lesen und Hören können Sie gut allein üben. Aber für Sprechen und Schreiben brauchen Sie Rückmeldung. Wer das nicht hat, fällt oft genau in diesen Teilen durch.

Wenn Sie zwei oder drei dieser Fragen mit Nein beantworten, ist ein Kurs für Sie der bessere Weg.

Wofür Selbststudium gut ist und wo es schwach wird

Selbststudium ist günstig und flexibel. Sie lernen, wann Sie wollen. Für Lesen, Hören und Grammatik funktioniert das oft gut, weil Sie hier mit Buch, Apps und Übungen allein weit kommen.

Schwach wird Selbststudium beim Sprechen und Schreiben. Sie merken selbst nicht, ob Ihre Aussprache verständlich ist oder ob Ihr Brief die richtige Form hat. Genau diese zwei Teile entscheiden aber oft über Bestehen oder Durchfallen. Ohne Korrektur üben Sie Fehler ein, statt sie zu verlieren.

Was ein guter Online-Kurs Ihnen bringt

Ein guter Online-Kurs gibt Ihnen Struktur, ein klares Lehrwerk und eine echte Lehrkraft. So lernen Sie in der richtigen Reihenfolge und verlieren keine Zeit mit der Frage, was als Nächstes dran ist.

Beim V-IZ B1-Kurs zum Beispiel unterrichtet eine zugelassene DaF-Lehrkraft und BAMF-Dozentin per Video, das Hueber-Lehrwerk Schritte plus Neu ist dabei, und ein KI-Trainer hilft beim Sprechen, bei der Aussprache und beim Schreiben von Briefen. Genau die zwei schwachen Stellen des Selbststudiums sind damit abgedeckt. Der Kurs bereitet auf telc, Goethe und DTZ vor, kostet einmalig 149,99 Euro pro Niveau (kein Abo) und Sie haben 12 Monate Zugriff. Wer von A1 bis B1 alles lernen will, kann das Komplett-Paket für 399,99 Euro nehmen.

Ein Wort zu den anderen Prüfungen

Vielleicht überlegen Sie auch Goethe oder DTZ statt telc. Kurz erklärt:

  • Goethe-Zertifikat B1: vier getrennte Module (Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen). Nicht bestandene Module können Sie einzeln wiederholen.
  • DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer): eine Prüfung mit zwei möglichen Ergebnissen, A2 oder B1. Das Ergebnis hängt von Ihrer Punktzahl ab.

Für die Einbürgerung ist in der Regel B1 der Standard. Ein guter Kurs bereitet Sie auf alle diese Prüfungen vor, weil das Niveau dasselbe ist.

Fazit

Reines Selbststudium reicht nur für eine kleine Gruppe: Menschen, die schon nah an B1 sind, sehr diszipliniert lernen und jemanden zum Sprechen und Korrigieren haben. Für alle anderen, besonders Anfänger und unsichere Lerner, lohnt sich ein Online-Kurs mit echter Lehrkraft. Er führt schneller und sicherer zum Bestehen, vor allem in den Teilen Sprechen und Schreiben, die allein am schwersten zu üben sind.

Häufige Fragen

Kann ich die telc B1 ohne Kurs bestehen?

Ja, das ist möglich, aber nur wenn Sie schon fast auf B1-Niveau sind und sehr diszipliniert allein lernen. Schwierig wird es bei den Teilen Sprechen und Schreiben, weil Sie dafür eine Rückmeldung brauchen. Ohne jemanden, der korrigiert, fallen viele genau hier durch.

Wie viele Punkte brauche ich, um die telc B1 zu bestehen?

Die telc B1 hat 300 Punkte: 225 im schriftlichen und 75 im mündlichen Teil. Sie müssen in jedem Teil mindestens 60 Prozent erreichen, also 135 Punkte schriftlich und 45 Punkte mündlich. Beide Teile werden getrennt bewertet.

Was passiert, wenn ich nur einen Teil der telc B1 nicht bestehe?

Bei telc B1 dürfen Sie einen einzelnen nicht bestandenen Teil, schriftlich oder mündlich, innerhalb eines Jahres allein wiederholen. Sie müssen also nicht die komplette Prüfung neu machen. Das spart Zeit und Geld.

Was kostet die telc B1 Prüfung?

Die Prüfungsgebühr liegt je nach Prüfzentrum meist zwischen etwa 150 und 190 Euro für die komplette Prüfung. Die Anmeldung läuft direkt beim Prüfzentrum, oft eine Volkshochschule oder Sprachschule. Der Vorbereitungskurs kostet extra und ist nicht in der Prüfungsgebühr enthalten.

Wie lange dauert es, von Anfänger bis telc B1 zu kommen?

Von Null bis B1 rechnet man oft mit rund 600 Unterrichtsstunden. Mit regelmäßigem Lernen dauert das meist etwa 6 bis 9 Monate. Wie schnell es geht, hängt von Ihrer Muttersprache, Ihrer Lernerfahrung und Ihrer Übungszeit ab.

Ist telc B1 oder Goethe B1 besser für die Einbürgerung?

Für die Einbürgerung ist meist B1 der Standard, und beide Zertifikate werden anerkannt. Der Unterschied liegt im Aufbau: Goethe hat vier einzeln wiederholbare Module, telc hat einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Ein guter Kurs bereitet Sie auf beide vor, weil das Niveau gleich ist.