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Goethe B1 oder telc B1 für die Einbürgerung: Welche Prüfung ist leichter?

V‑IZ Redaktion 3 Min. Lesezeit

Kurze Antwort: Für die Einbürgerung sind beide gleichwertig

Für die deutsche Einbürgerung musst du Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 nachweisen. Welches Zertifikat du dafür benutzt, ist egal: Goethe B1, telc B1 und der DTZ mit dem Ergebnis B1 werden alle von der Einbürgerungsbehörde anerkannt. Es gibt kein “besseres” Zertifikat. Du brauchst auch kein C1, B1 ist der Standard.

Die Frage “leichter” hängt deshalb nicht vom Ansehen der Prüfung ab, sondern davon, wie die Prüfung aufgebaut ist und welche am besten zu dir passt. Hier ist der ehrliche Vergleich.

Goethe B1 und telc B1 im direkten Vergleich

Aufbau der Prüfung

Goethe-Zertifikat B1 besteht aus vier Modulen: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Das Besondere: Jedes Modul wird einzeln bewertet. Du musst in jedem Modul mindestens 60 Prozent erreichen. Bestehst du nur drei Module, kannst du das eine fehlende Modul später einzeln wiederholen und musst nicht die ganze Prüfung neu machen.

telc Deutsch B1 ist anders aufgebaut. Es gibt einen schriftlichen Teil (Lesen, Hören, Sprachbausteine, Schreiben) und einen mündlichen Teil. Du musst in beiden Teilen jeweils mindestens 60 Prozent erreichen. Bestehst du nur einen der beiden Teile, kannst du den anderen Teil einzeln wiederholen.

Was bedeutet das für dich?

PunktGoethe B1telc B1
Struktur4 Module, einzelnschriftlich + mündlich
Bestehen60 % pro Modul60 % pro Teil
Wiederholungjedes Modul einzelnjeder Teil einzeln
Für Einbürgerunganerkanntanerkannt

Welche ist leichter? Die ehrliche Einschätzung

Beide Prüfungen testen genau dasselbe Sprachniveau. Der Inhalt ist gleich schwer. Trotzdem gibt es praktische Unterschiede:

  1. telc B1 fühlt sich oft einfacher an, weil schriftlicher und mündlicher Teil meist am selben Tag stattfinden. Du hast alles an einem Termin hinter dir. Außerdem sind die “Sprachbausteine” (Grammatik im Lückentext) für viele Lernende gut planbar, weil man sie gezielt üben kann.

  2. Goethe B1 ist flexibler bei Schwächen. Wenn du zum Beispiel sehr gut sprichst, aber Probleme beim Schreiben hast, ist der Modul-Aufbau ein echter Vorteil. Du bestehst die starken Module sofort und konzentrierst dich beim zweiten Versuch nur auf das schwache Modul.

  3. Der DTZ ist die dritte Option. Der “Deutsch-Test für Zuwanderer” ist eine einzelne Prüfung mit zwei möglichen Ergebnissen: A2 oder B1. Wenn du einen Integrationskurs besucht hast, machst du den DTZ am Ende oft sowieso. Erreichst du dabei B1, brauchst du keine separate Goethe- oder telc-Prüfung mehr für die Einbürgerung.

Eine einfache Faustregel

  • Du willst alles an einem Tag erledigen und übst gern gezielt Grammatik? telc B1.
  • Du bist in den vier Fertigkeiten unterschiedlich stark und willst Module einzeln absichern? Goethe B1.
  • Du machst gerade einen Integrationskurs? Warte auf den DTZ, das spart Geld und Zeit.

So bereitest du dich richtig vor

Egal für welche Prüfung du dich entscheidest, die Vorbereitung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Zwei Dinge sind wichtig:

  1. Übe alle vier Fertigkeiten. Viele scheitern nicht am Lesen, sondern am Sprechen und Schreiben, weil sie diese Teile nicht genug geübt haben.
  2. Mach Modellprüfungen. Sowohl Goethe als auch telc bieten kostenlose Modellsätze an. Übe unter echten Zeitbedingungen.

Wenn du strukturiert und mit echter Lehrkraft lernen willst, hilft ein kompletter Kurs. Unser B1-Online-Deutschkurs bereitet dich gezielt auf telc, Goethe und den DTZ vor, mit Videos einer zugelassenen DaF-Lehrkraft und einem KI-Trainer für Sprechen, Aussprache und Briefe. So übst du genau die Teile, die in der Prüfung am meisten Punkte bringen. Mehr Infos findest du auf der B1-Kursseite.

Fazit

Für die Einbürgerung gibt es keine “leichtere” Prüfung im Sinne von einfacheren Inhalten, Goethe B1 und telc B1 sind gleich anspruchsvoll und beide voll anerkannt. Der praktische Unterschied liegt im Aufbau: telc B1 erledigst du an einem Tag, Goethe B1 erlaubt dir, Module einzeln zu bestehen und zu wiederholen. Wähle die Prüfung, die zu deinem Lerntyp passt, und investiere deine Energie vor allem in eine gute Vorbereitung. Das macht am Ende den größten Unterschied.

Häufige Fragen

Reicht B1 wirklich für die Einbürgerung, oder brauche ich C1?

B1 ist der Standard und reicht für die normale Einbürgerung aus. Ein höheres Niveau wie C1 wird nur in Sonderfällen gefordert, zum Beispiel bei einer beschleunigten Einbürgerung mit besonderen Integrationsleistungen. Für den Regelfall genügt ein anerkanntes B1-Zertifikat.

Akzeptiert die Einbürgerungsbehörde sowohl Goethe als auch telc?

Ja. Goethe B1, telc B1 und der DTZ mit dem Ergebnis B1 sind alle anerkannte Nachweise für ausreichende Deutschkenntnisse. Du kannst frei wählen, welches Zertifikat du machst.

Was ist der Unterschied zwischen dem DTZ und Goethe oder telc B1?

Der DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer) ist eine einzelne Prüfung mit zwei möglichen Ergebnissen: A2 oder B1. Er wird oft am Ende eines Integrationskurses abgelegt. Goethe und telc sind separate B1-Prüfungen, die du unabhängig von einem Kurs buchen kannst.

Kann ich bei Goethe oder telc nur einen Teil wiederholen, wenn ich durchgefallen bin?

Ja, bei beiden. Beim Goethe B1 wiederholst du nur das nicht bestandene Modul. Bei telc B1 wiederholst du nur den nicht bestandenen Teil, also schriftlich oder mündlich. Du musst also nicht die ganze Prüfung neu machen.

Wie viel Prozent muss ich zum Bestehen erreichen?

Bei beiden Prüfungen brauchst du mindestens 60 Prozent. Beim Goethe B1 gilt das pro Modul, bei telc B1 gilt es jeweils für den schriftlichen und den mündlichen Teil getrennt. Beide Teile beziehungsweise alle Module müssen die 60-Prozent-Grenze erreichen.

Wie lange dauert die Vorbereitung auf B1?

Das hängt von deinem Startniveau ab. Wer A2 sicher beherrscht, braucht für B1 oft mehrere Monate regelmäßiges Lernen. Wichtig ist nicht nur Grammatik, sondern auch das Üben von Sprechen und Schreiben, weil dort die meisten Punkte verloren gehen.