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Online-Deutschkurs statt VHS-Integrationskurs: Was lohnt sich?

V‑IZ Redaktion 4 Min. Lesezeit

Was lohnt sich: Online-Deutschkurs oder VHS-Integrationskurs?

Die kurze Antwort: Es kommt auf Ihre Situation an. Beide Wege führen zum Niveau B1, das Sie zum Beispiel für die Einbürgerung brauchen. Der VHS-Integrationskurs ist staatlich gefördert, hat feste Termine im Klassenraum und endet mit dem amtlichen Test DTZ und einem Orientierungskurs. Er lohnt sich besonders, wenn Sie einen Berechtigungsschein haben oder zur Teilnahme verpflichtet sind. Ein Online-Deutschkurs lohnt sich, wenn Sie keinen Anspruch haben, nicht auf einen Platz warten wollen, frei nach Ihrem Zeitplan lernen oder sich gezielt auf eine Prüfung vorbereiten möchten. In vielen Fällen ist die Kombination aus beidem der beste Weg.

So funktioniert der VHS-Integrationskurs

Der allgemeine Integrationskurs des BAMF hat 700 Unterrichtsstunden. Davon sind 600 Stunden Sprachkurs (in sechs Abschnitten von A1 bis B1) und 100 Stunden Orientierungskurs mit Wissen über Recht, Geschichte und Leben in Deutschland.

So läuft die Anmeldung:

  1. Sie beantragen einen Berechtigungsschein, meist bei der Ausländerbehörde, beim Jobcenter oder direkt beim BAMF.
  2. Mit diesem Schein melden Sie sich bei einem Kursträger an, oft an der VHS.
  3. Der Kurs soll möglichst innerhalb von sechs Wochen nach der Anmeldung beginnen.
  4. Am Ende machen Sie den Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) und den Test “Leben in Deutschland”.

Wichtig: Wenn die Ausländerbehörde Sie verpflichtet hat oder das Jobcenter Sie dazu auffordert, ist die Teilnahme Pflicht. Wer nicht teilnimmt, riskiert Nachteile bei der Aufenthaltserlaubnis oder eine Kürzung von Leistungen.

Kosten im Vergleich

Beim Integrationskurs liegt der Kostenbeitrag bei rund 2,29 Euro pro Unterrichtsstunde. Für den ganzen Kurs sind das etwa 1.600 Euro. Mit Berechtigungsschein zahlen Sie aber nur einen reduzierten Beitrag pro Modul. Sehr wichtig: Wenn Sie Bürgergeld, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe beziehen oder wenig verdienen, können Sie ganz vom Kostenbeitrag befreit werden. Dann ist der Kurs für Sie kostenlos.

Online-Deutschkurse sind in der Regel privat und werden nicht gefördert. Dafür sind sie oft günstiger pro Niveau und Sie zahlen keine Fahrtkosten.

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Zeit und Flexibilität

Hier liegt der größte Unterschied im Alltag.

  • VHS-Integrationskurs: feste Zeiten, mehrere Vormittage oder Abende pro Woche, über viele Monate. Gut für alle, die Struktur und feste Gruppen brauchen. Schwierig, wenn Sie Schichten arbeiten, kleine Kinder haben oder lange Anfahrt.
  • Online-Deutschkurs: Sie lernen, wann Sie Zeit haben, können Lektionen wiederholen und das Tempo selbst bestimmen. Gut für Berufstätige und Eltern. Sie brauchen aber Selbstdisziplin.

Auch die Wartezeit zählt. In vielen Städten sind Kursplätze knapp, und es kann dauern, bis ein passender Kurs startet. Mit einem Online-Kurs können Sie sofort anfangen, statt Wochen zu verlieren.

Welcher Abschluss zählt, und was steckt dahinter?

Egal welchen Weg Sie wählen: Am Ende braucht es ein anerkanntes Zertifikat.

  • Beim DTZ sind drei Gesamtergebnisse möglich: B1, A2 oder kein ausreichendes Ergebnis unter A2. Es gibt einen schriftlichen Teil (Hören, Lesen und einen kurzen Brief, rund 100 Minuten) und einen mündlichen Teil (etwa 15 Minuten).
  • telc Deutsch B1: Sie bestehen mit mindestens 180 von 300 Punkten. Dabei müssen Sie sowohl schriftlich mindestens 135 von 225 als auch mündlich mindestens 45 von 75 Punkten erreichen.
  • Goethe-Zertifikat B1: besteht aus vier Modulen (Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen). Sie können einzelne Module einzeln wiederholen, falls Sie eins nicht bestehen.

Für die Einbürgerung ist in der Regel B1 der Standard. Ein C1-Nachweis ist normalerweise nicht nötig. Den B1-Nachweis bringen Sie mit dem DTZ-Ergebnis B1, einem telc- oder Goethe-Zertifikat B1 oder einem gleichwertigen deutschen Schulabschluss.

Für wen sich was lohnt

  • Sie sind verpflichtet oder haben einen Berechtigungsschein: Integrationskurs nutzen, vor allem bei Kostenbefreiung. Online dazu ist eine starke Ergänzung.
  • Sie haben keinen Anspruch oder warten zu lange: Online-Deutschkurs ist oft der schnellere und flexiblere Weg.
  • Sie arbeiten oder haben Kinder: Online passt sich Ihrem Tag an.
  • Sie wollen vor allem Sprechen und Briefe sicher beherrschen: Ein Online-Kurs mit echter Lehrkraft und gezieltem Training hilft, die Prüfung wirklich zu bestehen.

Fazit

Wenn Sie einen Berechtigungsschein oder eine Pflicht haben, starten Sie mit dem geförderten Integrationskurs, vor allem bei Kostenbefreiung. Wenn Sie keinen Anspruch haben, lange warten müssten oder flexibel lernen wollen, ist ein Online-Deutschkurs der bessere Weg. Und wer schnell und sicher zum Ziel B1 kommen will, kombiniert beides: die Förderung des Integrationskurses und das gezielte Online-Training für Sprechen, Schreiben und die Prüfung.

Häufige Fragen

Ersetzt ein Online-Deutschkurs den Integrationskurs?

Nein, rechtlich nicht. Wenn die Ausländerbehörde Sie zum Integrationskurs verpflichtet hat, müssen Sie diesen besuchen. Ein Online-Kurs ist dann eine sehr gute Ergänzung zum schnelleren Lernen, aber kein Ersatz für die Pflicht.

Welcher Test zählt für die Einbürgerung?

Für die Einbürgerung brauchen Sie in der Regel B1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen. Den Nachweis bringt das DTZ-Zertifikat mit Ergebnis B1, ein telc- oder Goethe-Zertifikat B1 oder ein gleichwertiger Schulabschluss. C1 ist normalerweise nicht nötig.

Was ist der DTZ und wie ist er aufgebaut?

Beim DTZ sind drei Gesamtergebnisse möglich: B1, A2 oder kein ausreichendes Ergebnis unter A2. Es gibt einen schriftlichen Teil (Hören, Lesen, einen kurzen Brief, rund 100 Minuten) und einen mündlichen Teil (etwa 15 Minuten).

Wie lange muss ich auf einen Integrationskurs warten?

Nach der Anmeldung mit Berechtigungsschein soll der Kurs möglichst innerhalb von sechs Wochen beginnen. In der Praxis sind in vielen Städten die Plätze knapp, sodass echte Wartezeiten entstehen können. Mit einem Online-Kurs können Sie sofort starten.

Was kostet der VHS-Integrationskurs wirklich?

Der Kostenbeitrag liegt bei rund 2,29 Euro pro Unterrichtsstunde, also etwa 1.600 Euro für den gesamten Kurs. Mit Berechtigungsschein zahlen Sie pro Modul deutlich weniger. Wer Bürgergeld oder Sozialhilfe bezieht oder wenig verdient, kann ganz vom Kostenbeitrag befreit werden.

Kann ich Online-Kurs und Integrationskurs kombinieren?

Ja, und für viele ist das der beste Weg. Sie nutzen die Förderung und den DTZ aus dem Integrationskurs und üben parallel mit einem Online-Kurs Sprechen, Aussprache und das Schreiben von Briefen, um schneller sicher zu werden und die Prüfung zu bestehen.