Reicht der Integrationskurs, um den DTZ mit B1 zu bestehen?
Die kurze Antwort
Der Integrationskurs ist dafür gemacht, dich zum Niveau B1 zu bringen und endet mit dem Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ). Ob du dort das Gesamtergebnis B1 erreichst, hängt von deiner Leistung in den geprüften Bereichen ab. Erfolgsquoten ändern sich je nach Zeitraum, Kursart und Teilnehmergruppe; eine einzelne Prozentzahl ist deshalb keine verlässliche persönliche Prognose.
Das heißt nicht, dass der Kurs schlecht ist. Er gibt dir eine solide Grundlage. Aber ob es am Ende für B1 reicht, entscheidet sich oft an dem, was du zusätzlich machst, besonders beim Sprechen und Schreiben.
Was ist der Integrationskurs?
Der allgemeine Integrationskurs umfasst insgesamt 700 Unterrichtsstunden:
- 600 Stunden Sprachkurs: aufgeteilt in einen Basiskurs und einen Aufbaukurs (je 300 Stunden, je 3 Module à 100 Stunden).
- 100 Stunden Orientierungskurs: Recht, Geschichte, Kultur und Leben in Deutschland.
Das Ziel ist klar: Alle Teilnehmenden sollen am Ende das Niveau B1 erreichen. Der Kurs endet mit zwei Prüfungen: dem DTZ (Sprache) und dem Test „Leben in Deutschland“ (Orientierung).
Wie funktioniert der DTZ?
Der DTZ ist eine besondere Prüfung, weil sie zwei Stufen gleichzeitig misst: A2 und B1. Beim DTZ sind drei Gesamtergebnisse möglich: B1, A2 oder kein ausreichendes Ergebnis unter A2.
Der Test hat zwei große Teile:
- Schriftlich (Einzelprüfung, rund 100 Minuten): Hören, Lesen und Schreiben.
- Mündlich (Paarprüfung): Du sprichst zusammen mit einer anderen Person.
Jeder Teil wird einzeln bewertet. Beim DTZ sind drei Gesamtergebnisse möglich: B1, A2 oder kein ausreichendes Ergebnis unter A2. Wichtig: Für die meisten wichtigen Ziele, vor allem die Einbürgerung, brauchst du das Ergebnis B1. Ein DTZ mit A2 reicht dafür nicht.
Warum reicht der Kurs für viele nicht?
Wenn das Ergebnis noch nicht für B1 reicht, liegt das selten an fehlendem Willen. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen:
- Das Tempo ist hoch. In 600 Stunden von Null auf B1 ist viel Stoff in kurzer Zeit. Wer einmal den Anschluss verliert, kommt schwer wieder hinterher.
- Sprechen und Schreiben sind schwer. Im Unterricht hörst und liest du viel, aber zum freien Sprechen und zum Schreiben von Briefen kommt jeder Einzelne oft zu kurz, weil die Gruppe groß ist.
- Die Gruppen sind sehr gemischt. Manche müssen zuerst die lateinische Schrift lernen, andere lernen schnell. Eine Lehrkraft kann nicht für jeden das perfekte Tempo finden.
- Wenig Übung zu Hause. Wer nur im Kurs Deutsch übt und sonst die Muttersprache spricht, macht langsamer Fortschritte.
Die Wiederholung zeigt das Problem deutlich: Wer den DTZ noch einmal schreibt, erreicht B1 sogar noch seltener. Es lohnt sich also, gleich beim ersten Mal gut vorbereitet zu sein.
So erhöhst du deine Chance auf B1
Der Kurs ist die Grundlage. Diese Schritte machen den Unterschied zwischen A2 und B1:
- Jeden Tag etwas Deutsch. Auch 20 bis 30 Minuten regelmäßig bringen mehr als viel Lernen kurz vor der Prüfung.
- Sprechen üben, nicht nur lesen. Sprich laut, nimm dich auf, hör dir zu. Die mündliche Prüfung entscheidet mit.
- Briefe und Texte schreiben. Der Schreibteil im DTZ ist sehr formelhaft (Einladung, Beschwerde, Entschuldigung). Wer das geübt hat, sammelt sichere Punkte.
- Mit echten Übungssätzen trainieren. Mach Modelltests, damit dich das Format am Prüfungstag nicht überrascht.
- Eine Stufe sauber abschließen, bevor die nächste kommt. Wer A1 und A2 wirklich beherrscht, hat es bei B1 viel leichter.
Genau hier kann ein zusätzlicher Online-Kurs den Integrationskurs sinnvoll ergänzen.
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Was, wenn es nicht für B1 reicht?
Kein Grund zur Panik. In vielen Fällen kannst du beim BAMF eine Wiederholung von bis zu 300 Stunden und eine weitere kostenlose Prüfung beantragen. Die Regeln dafür wurden zuletzt strenger, deshalb frag immer direkt bei deinem Kursträger oder beim BAMF nach, was in deiner Situation gilt.
Und für die Einbürgerung gilt weiterhin: B1 ist der Standard. Die Reform von 2024/2025 hat daran nichts geändert. Ein höheres Niveau wie C1 ist nicht nötig. Die frühere schnellere Einbürgerung nach drei Jahren wurde am 30. Oktober 2025 abgeschafft.
Fazit
Der Integrationskurs ist ein gutes Fundament, aber kein Selbstläufer. Mit regelmäßigem Üben zu Hause, vor allem beim Sprechen und Schreiben, bereitest du dich gezielter auf die Anforderungen des DTZ vor.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn ich im DTZ nur A2 statt B1 erreiche?
Dann weist dein Ergebnis A2 aus. Für die Einbürgerung und viele Behördenwege brauchst du in der Regel B1. Ob eine geförderte Wiederholung möglich ist, hängt von den aktuellen Voraussetzungen ab; frage dazu deinen Kursträger oder das BAMF.
Wie viele Menschen schaffen im Integrationskurs B1?
Erfolgsquoten ändern sich je nach Zeitraum, Kursart und Teilnehmergruppe. Deshalb nennen wir hier keine einzelne Prozentzahl als allgemeingültige Prognose. Entscheidend ist deine Leistung in den geprüften Bereichen.
Kann ich den DTZ wiederholen, wenn ich B1 nicht erreiche?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Wiederholung gefördert werden. Die Regeln können sich ändern; frage deshalb direkt bei deinem Kursträger oder beim BAMF nach, was in deinem Fall gilt.
Brauche ich für die Einbürgerung B1 oder C1?
Für die normale Einbürgerung reicht weiterhin B1. Die frühere schnellere Einbürgerung nach drei Jahren mit C1 wurde am 30. Oktober 2025 abgeschafft. B1 bleibt der Standard.
Welche Teile hat der DTZ genau?
Der DTZ besteht aus einem schriftlichen Teil mit Hören, Lesen und Schreiben sowie einer mündlichen Paarprüfung. Beim DTZ sind drei Gesamtergebnisse möglich: B1, A2 oder kein ausreichendes Ergebnis unter A2.
Wie kann ich mich neben dem Integrationskurs zusätzlich vorbereiten?
Am wichtigsten ist regelmäßiges Üben zu Hause, vor allem beim Sprechen und Schreiben. Ein Online-Kurs mit Lehrkraft und KI-Trainer für Aussprache und Briefe kann den Integrationskurs ergänzen und gezielt auf den DTZ vorbereiten.