Unterschied DTZ und telc B1: Welche Prüfung ist einfacher?
DTZ oder telc B1: Der wichtigste Unterschied auf einen Blick
Der zentrale Unterschied ist einfach: Der DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer) bewertet Leistungen auf den Stufen A2 und B1. Du machst einen Test; je nach Leistung weist dein Zeugnis B1, A2 oder kein ausreichendes Ergebnis aus. Die telc Deutsch B1 ist dagegen eine reine B1-Prüfung: Du bestehst sie auf B1-Niveau oder du bestehst sie nicht.
Das bedeutet in der Praxis: Beim DTZ kann dein Zeugnis B1, A2 oder kein ausreichendes Ergebnis ausweisen. Für das Gesamtergebnis B1 brauchst du B1 im Sprechen und zusätzlich B1 entweder im Bereich Hören und Lesen oder im Schreiben. Bei telc B1 gibt es nur „bestanden” oder „nicht bestanden”.
Was ist der DTZ?
Der DTZ wurde im Auftrag der Bundesregierung vom Goethe-Institut und der telc GmbH speziell für Zugewanderte entwickelt. Er ist der Abschlusstest des Integrationskurses. Im Rahmen eines geförderten Integrationskurses bezahlt das BAMF normalerweise die Prüfungsgebühr. Abhängig von der persönlichen Berechtigung müssen Teilnehmende möglicherweise einen Teil der Kurskosten selbst bezahlen.
Aufbau des DTZ:
- Schriftlicher Teil (ca. 100 Minuten): Hören, Lesen und Schreiben.
- Mündlicher Teil: ein kurzes Gespräch in der Gruppe oder zu zweit.
So wird gewertet: Hören und Lesen ergeben zusammen 45 Punkte (eine Frage = ein Punkt). Daraus ergibt sich dein Niveau:
- 33 bis 45 Punkte → B1
- 20 bis 32 Punkte → A2
- 0 bis 19 Punkte → unter A2
Der Schreib- und der Sprechteil werden getrennt nach den Stufen A2 und B1 bewertet. Auf deinem Zeugnis steht am Ende für jeden Bereich, welches Niveau du erreicht hast oder ob dein Ergebnis unter A2 liegt.
Was ist die telc Deutsch B1?
Die telc Deutsch B1 (auch “Zertifikat Deutsch” genannt) ist eine eigenständige, international bekannte B1-Prüfung. Sie ist nicht an den Integrationskurs gebunden und wird oft von Menschen gemacht, die ein B1-Zertifikat für Beruf, Ausbildung oder Studium brauchen.
Aufbau der telc B1:
- Schriftlicher Teil (150 Minuten): Leseverstehen, Sprachbausteine (Grammatik und Wortschatz), Hörverstehen und ein Brief.
- Mündlicher Teil (ca. 15 Minuten): Kontaktaufnahme, Gespräch über ein Thema und gemeinsame Planung.
So wird gewertet: Du musst im schriftlichen und im mündlichen Teil jeweils mindestens 60 Prozent erreichen. Beide Teile zählen getrennt. Wenn du in einem Teil unter 60 Prozent bleibst, hast du die Prüfung nicht bestanden.
Welche Prüfung ist einfacher?
Für die meisten Zugewanderten ist der DTZ der einfachere Weg, und das aus drei Gründen:
- Stufenergebnis: Das DTZ-Zeugnis kann je nach Leistung B1, A2 oder kein ausreichendes Ergebnis ausweisen. Für das Gesamtergebnis B1 müssen die vorgeschriebenen Teilbereiche erfüllt sein.
- Vertraute Themen: Der DTZ orientiert sich am Alltag in Deutschland (Wohnen, Arbeit, Behörden) und genau das wird im Integrationskurs geübt.
- Finanzierung und Wiederholung: Im Rahmen eines geförderten Integrationskurses bezahlt das BAMF normalerweise die Prüfungsgebühr. Wenn die geltenden Voraussetzungen erfüllt sind, kann das BAMF auch die Gebühr für eine Wiederholung bezahlen.
Die telc B1 ist anspruchsvoller, weil sie nur ein Ergebnis kennt und zusätzlich Aufgaben wie die “Sprachbausteine” enthält, die reines Grammatikwissen abfragen. Dafür ist sie international bekannter und nicht an den Integrationskurs gebunden.
Wichtig: “Einfacher” heißt nicht “weniger wert”. Erreichst du im DTZ ein B1-Ergebnis, ist das genauso ein anerkannter B1-Nachweis wie ein telc-B1-Zertifikat.
Und das Goethe-Zertifikat B1?
Oft fällt im Vergleich auch das Goethe-Zertifikat B1. Sein großer Vorteil: Es besteht aus vier einzelnen Modulen (Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen) mit je 100 Punkten, Bestehensgrenze 60 Punkte. Du kannst die Module getrennt ablegen und einzeln wiederholen. Bei telc Deutsch B1 werden der schriftliche und der mündliche Teil getrennt bewertet; einen nicht bestandenen Prüfungsteil kannst du wiederholen.
Welche Prüfung brauche ich für die Einbürgerung?
Für die deutsche Staatsbürgerschaft ist B1 der Standard. Für die reguläre Anspruchseinbürgerung sind aktuell grundsätzlich mindestens fünf Jahre rechtmäßiger gewöhnlicher Aufenthalt erforderlich, sofern auch die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind. Die frühere Verkürzung auf drei Jahre bei besonderen Integrationsleistungen und C1 gilt nicht mehr. Du brauchst daher in aller Regel kein C1, sondern B1.
Als B1-Nachweis gelten alle drei Prüfungen, sofern du B1 erreichst:
- DTZ mit B1-Ergebnis
- telc Deutsch B1
- Goethe-Zertifikat B1
Wenn du also den Integrationskurs machst, ist der DTZ der natürliche und meist günstigste Weg zum B1-Nachweis für die Einbürgerung.
Wie bereite ich mich am besten vor?
Egal für welche Prüfung du dich entscheidest, der Schlüssel ist solides B1-Niveau. Wer den Stoff wirklich beherrscht, besteht jede dieser Prüfungen. Eine strukturierte Vorbereitung mit echter Lehrkraft und Übungsaufgaben hilft enorm, besonders beim Schreiben und Sprechen, wo viele Punkte verloren gehen.
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Kurz zusammengefasst: Der DTZ ist meist der einfachere und günstigere Weg, besonders wenn du den Integrationskurs machst. Die telc B1 und das Goethe-Zertifikat B1 sind eigenständige Prüfungen für alle, die einen flexiblen oder international anerkannten Nachweis brauchen. Für die Einbürgerung zählt am Ende nur eines: dass du B1 erreichst.
Häufige Fragen
Gilt der DTZ als B1 für die Einbürgerung?
Ja, wenn du im DTZ das Gesamtergebnis B1 erreichst. Dafür brauchst du B1 im Sprechen und zusätzlich B1 entweder im Bereich Hören und Lesen oder im Schreiben. Ein A2-Ergebnis reicht für die Standard-Einbürgerung nicht.
Brauche ich für die Einbürgerung C1?
Nein. Für die reguläre Anspruchseinbürgerung gilt grundsätzlich B1; eine Verkürzung auf drei Jahre mit C1 ist nach aktueller Rechtslage nicht mehr vorgesehen. In Sonderfällen können andere Regeln gelten.
Kann ich den DTZ auch ohne Integrationskurs machen?
Ja. Du kannst dich auch als externe Teilnehmerin oder Teilnehmer für den DTZ anmelden, ohne vorher einen Integrationskurs besucht zu haben. Frag bei einem zugelassenen Prüfungszentrum in deiner Nähe nach Terminen und Kosten.
Was passiert, wenn ich den DTZ nicht mit B1 abschließe?
Je nach Leistung weist dein DTZ-Zeugnis B1, A2 oder kein ausreichendes Ergebnis aus. Wenn du B1 nicht erreichst, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Wiederholung gefördert werden. Bei telc Deutsch B1 kann ein nicht bestandener schriftlicher oder mündlicher Prüfungsteil wiederholt werden.
Ist telc B1 oder Goethe B1 besser?
Beide sind als B1-Nachweis anerkannt. Beim Goethe-Zertifikat B1 lassen sich die vier Module getrennt ablegen und einzeln wiederholen. Bei telc Deutsch B1 werden der schriftliche und der mündliche Teil getrennt bewertet; ein nicht bestandener Teil kann wiederholt werden.
Wie viele Punkte brauche ich, um telc B1 zu bestehen?
Du musst sowohl im schriftlichen als auch im mündlichen Teil jeweils mindestens 60 Prozent erreichen. Beide Teile werden getrennt gewertet, du musst also in beiden bestehen.